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Welche Möglichkeiten der Therapie gibt es?
Bis zum Jahr 2000 waren gastrointestinale Stromatumoren nur durch eine chirurgische Entfernung zu behandeln. Weitere Therapiemöglichkeiten gab es nicht, da übliche Krebsbehandlungsstrategien wie Chemotherapie oder Strahlentherapie bei GIST nahezu keine Wirkung zeigen.
Operation oder moderne Medikamente
Wenn möglich, ist eine operative Entfernung des Tumors die Therapie der Wahl. Bei sehr großen oder ungünstig lokalisierten Tumoren kann eine mehrmonatige medikamentöse Vorbehandlung (neoadjuvante Therapie) in manchen Fällen eine vollständige operative Entfernung möglich machen.
Die Operation ist jedoch nur bei ungefähr der Hälfte der Patienten durchführbar. Bei den anderen Patienten ist der Tumor zum Diagnosezeitpunkt bereits sehr groß oder hat im Körper Metastasen gebildet, so dass eine chirurgische Therapie nicht mehr infrage kommt. In diesen Fällen können moderne Medikamente eingesetzt werden, mit denen viele Patienten mit fortgeschrittener GIST-Erkrankung wirksam behandelt werden können.
Wie wird GIST operiert?
Wenn möglich, ist die operative Entfernung des Tumors nach wie vor die Therapie der Wahl und sinnvoll, wenn der Tumor nicht zu groß ist oder noch nicht im Körper gestreut hat. Kann das Krebsgewebe durch eine Operation vollständig entfernt werden, so besteht eine ungefähr 50%-ige Chance für eine dauerhafte Heilung.
Finden sich zum Zeitpunkt der Diagnose schon Metastasen oder ist der Tumor aufgrund seiner Größe nicht mehr operierbar, dann stehen zur Behandlung moderne Medikamente zur Verfügung.
Was wird operativ entfernt?
Wie bei anderen Krebserkrankungen gilt auch hier: Der Tumor muss mit einem Sicherheitsabstand entfernt werden, d. h. gesundes Gewebe um den Tumor muss ebenfalls herausgeschnitten werden. Wichtig ist auch, dass sehr vorsichtig operiert wird, damit sich während der Operation keine Zellen vom Tumor ablösen und im gesamten Körper ausbreiten können.
Bei kleineren Tumoren im Magen (unter 3 cm) kann die Entfernung des entsprechenden Magenwandabschnitts ausreichend sein. Ist der GIST größer, muss eine Magenteilresektion oder unter Umständen eine vollständige Magenentfernung erfolgen. Bei gastrointestinalen Stromatumoren des Darms wird der entsprechende Darmabschnitt entfernt.
Da Lymphknotenmetastasen bei GIST nicht bzw. kaum auftreten, können die Lymphknoten – im Gegensatz zu Operationen bei anderen Tumorarten – im Körper belassen werden.
Wenn eine Verkleinerung des Tumors den Ausgang der Operation bestimmt, kann der Versuch einer neoadjuvanten Therapie mit einem Tyrosinkinase-Hemmer unternommen werden. Durch die medikamentöse Therapie soll eine vollständige Tumorentfernung möglich gemacht werden (neoadjuvante Therapie).
Wie geht es nach der Operation weiter?
Nach einer erfolgreichen Operation, bei der der Tumor im Gesunden reseziert wurde, ist meist keine Nachbehandlung erforderlich. Um eventuelle Rückfälle, das heißt ein Wiederauftreten des Tumors (Rezidiv), rechtzeitig zu erkennen, sind jedoch regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wichtig.
Für manche Patienten mit einem besonders hohen Rückfallrisiko nach einer vollständigen operativen Tumorentfernung kann auch eine medikamentöse Nachbehandlung in Frage kommen. Als Risikofaktoren gelten unter anderem ein besonders großer Tumor, eine hohe Teilungsrate der Tumorzellen und ein Aufbrechen des Tumors vor oder während der Operation (Ruptur). Eine solche Nachbehandlung nennt man adjuvante Therapie.
Behandlung
Welche Medikamente gibt es für die Behandlung von GIST?
Etwa bei 50 % der Patienten ist zum Zeitpunkt der Diagnosestellung die GIST-Erkrankung so weit fortgeschritten, dass der Tumor nicht mehr durch eine Operation entfernt werden kann. Für diese Fälle stehen zwei Medikamente zur Verfügung, die gezielt die Veränderungen an den GIST-auslösenden Zellen angreifen und damit unschädlich machen können.
Gezielte Krebstherapie bei GIST
Die gezielte Krebstherapie („Targeted Therapy") ist ein moderner Ansatz bei der Bekämpfung von Tumorzellen. Hierbei macht man sich zunutze, dass bösartige Zellen bestimmte Merkmale ausbilden, die bei gesunden Zellen nicht oder nur in sehr geringem Maße vorkommen. Bei der GIST-auslösenden Zelle ist dies der sogenannte c-KIT-Rezeptor bzw. der innere Anteil des c-KIT-Rezeptors, die Tyrosinkinase, die dauerhaft aktiviert ist und die GIST-Zellen zu ungehemmter Zellteilung und -wachstum anregen. In den letzten Jahren gelang es, Medikamente zu entwickeln, die die Tyrosinkinase blockieren und damit die Wachstumsimpulse unterbinden. Derartige Tyrosinkinase-Inhibitoren, die bei GIST erfolgreich eingesetzt werden, können zwar GIST nicht heilen, jedoch sind sie in der Lage, die Krankheit aufzuhalten und auch zurückzudrängen – teilweise so stark, dass der Tumor doch durch eine Operation entfernt werden kann.

- Abb. 1: Bei GIST kommt es durch Mutation des c-KIT-Rezeptors zu einer Daueraktivierung der Tyrosinkinase mit unkontrolliertem Zellwachstum. Moderne Medikamente hemmen die überaktivierte Tyrosinkinase und hemmen damit das unkontrollierte Zellwachstum.
Imatinib zuerst
Seit 2002 wird Imatinib für die Behandlung fortgeschrittener GIST-Erkrankungen eingesetzt. Dieses Medikament führt bei etwa der Hälfte der Patienten zu einer Tumorverkleinerung um mindestens 50 % und bei etwa einem Viertel der Patienten zu einem Krankheitsstillstand, d.h. der Tumor wächst nicht weiter.
Imatinib muss in der Regel in einer Dosierung von 400 mg pro Tag und kontinuierlich eingenommen werden. In bestimmten Fällen ist auch eine Dosierung von 800 mg pro Tag angezeigt.
Nebenwirkungen, die bei Imatinib-Therapie auftreten können, sind in erster Linie Wassereinlagerung im Körper (Ödeme), eine Krampfneigung der Muskulatur, Hautausschlag, Übelkeit und Erbrechen.
Sunitinib nach Versagen oder Unverträglichkeit von Imatinib
Im Behandlungsverlauf lässt die Wirkung von Imatinib bei etwa der Hälfte der Patienten nach, einige Patienten sprechen sogar schon zu Beginn der Therapie unzureichend auf Imatinib an oder vertragen das Medikament nicht und setzen es daher ab. Für diese Patienten gibt es mit dem Tyrosinkinasehemmer Sunitinib eine Therapie, die nach Imatinib-Versagen oder –Unverträglichkeit eingesetzt werden kann. Sunitinib wird nach einem bestimmten Schema eingenommen: 4 Wochen in einer Dosierung von 50 mg pro Tag, dann folgen 2 Wochen Therapiepause, d.h. das Medikament wird nicht gegeben. Dann beginnt ein neuer Behandlungszyklus.
Die Nebenwirkungen von Sunitinib unterscheiden sich etwas von Imatinib. Hier treten vorrangig Erschöpfung, Haut- und Schleimhautveränderungen, ebenso aber auch Durchfall und Übelkeit auf. Diese unerwünschten Wirkungen sind überwiegend leicht bis mäßig ausgeprägt und können durch unterstützende Behandlungen oft gebessert werden. Zum Beispiel kann bei Durchfall ein Medikament wie Loperamid gegeben werden. Auch eine Diät mit Bananen, Reis und Kartoffeln kann die Beschwerden lindern. Auf jeden Fall sollte bei entsprechenden Symptomen immer der behandelnde Arzt zu Rate gezogen werden.
Bedeutung der Mutationsanalyse
Die Durchführung einer molekulargenetischen Untersuchung zur genauen Feststellung des zugrunde liegenden Gendefekts wird empfohlen, da die unterschiedlichen Mutationen unterschiedlich gut auf die medikamentöse Therapie ansprechen. Der Mutationsstatus beeinflusst also die Therapieentscheidung.
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