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Medikamentöse Behandlung
Welche Medikamente gibt es für die Behandlung von neuroendokrinen Tumoren der Bauchspeicheldrüse?
Herkömmliche medikamentöse Therapien
Somatostatin-Analoga können über die Hemmung der übermäßigen Hormonfreisetzung dazu beitragen, Symptome zu kontrollieren, und damit helfen, die Beschwerden zu lindern. Neuerdings gibt es bei nichtpankreatischen neuroendokrinen Tumoren erste Hinweise darauf, dass Somatostatin-Analoga auch das Tumorwachstum günstig beeinflussen könnten. Diese Medikamente werden meist als Langzeitpräparate mit monatlichen Injektionen in den Muskel verabreicht.
Eine weitere Option ist Interferon-alpha als ein Immunmodulator, dessen genauer Wirkmechanismus auf den Tumor nicht genau bekannt ist. Es wird angenommen, dass Interferon-alpha die Zellteilung und damit die Zellvermehrung blockiert und dass außerdem die Oberfläche der Tumorzellen derart verändert wird, dass sie vom eigenen Abwehrsystem erkannt und zerstört werden können.
Eine Chemotherapie kommt bei nicht operablen und fortgeschrittenen sowie schnell wachsenden Tumoren zum Einsatz. Je nach Situation und Art des Tumors werden einzelne Substanzen oder verschiedene Chemotherapiekombinationen eingesetzt.
Neuartige Medikamente unterbinden die Nahrungszufuhr des Tumors
Wie jede gesunde Zelle auch, sind Tumorzellen zum Überleben und Wachsen von Sauerstoff und Nährstoffen abhängig. Erreicht der Tumor eine bestimmte Größe, reichen die vorhandenen Blutgefäße nicht mehr aus, um die Versorgung zu gewährleisten. Der Tumor regt dann die Neubildung von Blutgefäßen an, die sogenannte Angiogenese oder Neoangiogenese. Durch die medikamentöse Hemmung der Blutgefäßneubildung (Angiogenesehemmung) lässt sich das weitere Tumorwachstum gezielt verhindern.
Medikamente mit diesem Wirkmechanismus werden als Angiogenesehemmer bezeichnet. Eine Substanzart aus dieser neuartigen Gruppe sind die Multi-Tyrosinkinase-Inhibitoren, die bereits bei anderen Tumorarten erfolgreich eingesetzt werden und auch bei neuroendokrinen Tumoren der Bauchspeicheldrüse wirksam sind. Neben der Angiogenese zielen diese Substanzen auf weitere bestimmte molekulare Strukturen der Tumorzelle und auf Signalwege des Tumorstoffwechsels, die eine große Bedeutung für das Tumorwachstum haben. Aufgrund der gleichzeitigen Hemmung mehrerer, sehr unterschiedlicher molekularer Zielstrukturen zeichnen sich die Tyrosinkinase-Inhibitoren durch hohe Effektivität aus.
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