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Häufige Fragen
Wenn Sie an Brustkrebs erkrankt sind, werden Sie viele Fragen haben. Aber auch als Angehörige oder aus Interesse wird Sie zu diesem wichtigen Thema Etliches beschäftigen, zum Beispiel, wann Sie ein erhöhtes Risiko haben, an Brustkrebs zu erkranken. Wir haben häufige Fragen zum Brustkrebs gesammelt und beantwortet.
- Fragen zu Ursachen und Risikofaktoren von Brustkrebs
- Fragen zur Brustkrebsdiagnostik
- Fragen zur Operation
- Fragen zur Strahlentherapie
- Fragen zur Hormontherapie
- Sonstige Fragen
Wann habe ich ein erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken?
Brustkrebs ist eine Erkrankung, die häufiger in der zweiten Lebenshälfte, nach den Wechseljahren auftritt. Daher ist ein wichtiger Risikofaktor das Alter.
Ein erhöhtes Risiko liegt auch vor, wenn in der Familie, vor allem bei den engsten Verwandten - Mutter oder Schwester – Brustkrebs aufgetreten ist. Eine besondere Form stellt hierbei der erbliche Brustkrebs, bei dem bestimmte Veränderungen in den Erbanlagen vorliegen, dar. Dieser betrifft jedoch nur wenige Frauen.
Zu den weiteren Risikofaktoren zählen: keine oder späte, d.h. erst nach dem 30. Lebensjahr eintretende Schwangerschaft, Nicht-Stillen, frühe erste Regelblutung (Menarche), spätes Einsetzen der Wechseljahre.
Meine Oma und meine Schwester haben Brustkrebs. Muss ich befürchten, dass ich auch an Brustkrebs erkranke? Was kann ich dagegen tun?
In einigen Familien tritt Brustkrebs häufiger auf. Ein etwa 2-3-fach erhöhtes Risiko an Brustkrebs zu erkranken hat man, wenn Verwandte ersten Grades, also Mutter oder Schwester, an Brustkrebs erkrankt sind. Aber nur in 5-10% der Fälle liegt ein erblicher Brustkrebs vor: Häufig finden sich dann Veränderungen im Erbgut (Mutationen) im sogenannten BRCA1- oder BRCA2-Gen. Werden diese Mutationen in den Genen nachgewiesen, erhöht sich das Risiko im Laufe des Lebens an Brustkrebs zu erkranken um bis zu 80%.Der Brustkrebs tritt bei den Betroffenen dann schon oft in jungen Jahren auf. Auch an Eierstockkrebs erkranken diese Patientinnen häufiger.
Bei Patientinnen mit familiärer Brustkrebs-Belastung sollten aufgrund des erhöhten Brustkrebsrisikos besonders regelmäßig und sorgfältig die Vorsorgemaßnahmen genutzt werden: Selbstuntersuchung der Brust und ärztliche Diagnostik mit Untersuchung der Brust und ggf. Mammographie.
Ich habe knotige Brüste. Habe ich ein erhöhtes Risiko dafür, dass daraus bösartige Knoten werden?
Es wird sich bei Ihnen wahrscheinlich um eine sogenannte Mastopathie handeln, eine gutartige Veränderung im Brustdrüsengewebe. Sie tritt sehr häufig und in jüngeren Lebensjahren auf. In der Regel stellen diese Veränderungen kein erhöhtes Erkrankungsrisiko dar. Nur in 5% der Fälle findet sich eine Spezialform der Mastopathie mit untypischen Zellen. Diese stellt ein etwas erhöhtes Risiko dar. Ohne Gewebeentnahme und -untersuchung (Biopsie) kann man diese Spezialform aber nicht diagnostizieren. Eine Biopsie kann jedoch nur in begründeten Fällen empfohlen werden.
Stimmt es, dass Frauen mit großen Brüsten ein erhöhtes Brustkrebsrisiko haben?
Prinzipiell haben Frauen mit großen Brüsten kein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Selbstuntersuchung und ärztliche Untersuchung ist bei großen Brüsten jedoch schwieriger, so dass unter Umständen Tumoren erst später entdeckt werden.
Kann ich durch meine Lebensgewohnheiten das Brustkrebsrisiko senken?
Mit einer gesunden Lebensweise lassen sich viele Krankheiten – nicht nur Krebs – positiv beeinflussen oder vermeiden. Einfache Maßnahmen hierzu sind: Nichtrauchen, kein bis mäßiger Alkoholgenuss, ballaststoffreiche, fettarme und vor allem pflanzliche Ernährung (z.B. Obst, Gemüse, Getreideprodukte), Normalgewicht einhalten und Sport treiben.
Wo kann ich einen guten Arzt für die Brustkrebsdiagnostik finden?
Hier hilft es beispielsweise, sich im Bekanntenkreis umzuhören. Eine gute Brustkrebs-Diagnostik wird in der Regel an sogenannten Brustzentren durchgeführt. Hier arbeiten Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammen. Die Zentren werden regelmäßig von unabhängigen Institutionen überprüft, ob sie nach bestimmten Richtlinien arbeiten. Dadurch wird eine sehr hohe ärztliche Behandlungsqualität garantiert.
Ich habe einen Knoten in der Brust getastet und habe nun große Angst, dass der Knoten bösartig ist. Wie wahrscheinlich ist es, dass ich Brustkrebs habe?
Sie müssen erst mal keine Angst haben: In 3 von 4 Fällen ist der ertastete Knoten gutartig. Er erweist sich als flüssigkeitsgefülltes Bläschen im Gewebe (Zysten), Verdickung des Bindegewebes oder Verhärtung des Fettgewebes. Um dies aber mit Sicherheit sagen zu können, muss ein Arzt sie untersucht haben.
Bei mir wurde ein Knoten als gutartig befunden. Kann ich dieser Einschätzung vertrauen? Muss ich den Befund weiter kontrollieren lassen?
Krebs kann man nur mit Sicherheit ausschließen, wenn eine Probe des auffälligen Gewebes entnommen und untersucht wurde (sogenannte Biopsie). Wurde keine Biopsie gemacht, hängt die Sicherheit der Diagnose von der Erfahrung des Arztes und anderen Untersuchungen ab: Waren die Befunde der Tastuntersuchung durch den Arzt, der Mammographie und Ultraschalluntersuchung der Brust unauffällig, kann man sich mit ziemlicher Sicherheit darauf verlassen, dass der Knoten gutartig ist.
Der Knoten sollte weiterhin durch Sie in der monatlichen Selbstuntersuchung der Brust und durch jährliche Früherkennungsuntersuchung beim Arzt kontrolliert werden.
Wenn ich regelmäßig zur Mammographie gehe, verhindert dies dann Krebs?
Die regelmäßige Mammographie verhindert keinen Krebs, sondern ermöglicht lediglich eine Früherkennung des Brustkrebses.
Warum gibt es die Mammographie-Früherkennungsuntersuchungen nur für Frauen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr?
Die meisten Brustkrebserkrankungen treten zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auf. Daher ist es sinnvoll, in dieser Risikogruppe nach Brustkrebs zu fahnden. Bei jüngeren Frauen ist zudem das Brustdrüsengewebe sehr dicht und lässt sich auf Röntgenaufnahmen daher nur recht schwierig beurteilen. Die Aussagekraft ist damit sehr eingeschränkt.
Was sind Mikroverkalkungen im Mammographiebefund?
Kalkablagerungen kommen meist bei gutartigen Veränderungen des Brustdrüsengewebes vor. Mikroverkalkungen können jedoch auch ein Zeichen für Karzinom in den Milchgängen sein. Die Unterscheidung zwischen gutartigen und bösartigen Kalkablagerungen ist nicht immer einfach. Um eine sichere Diagnose zu stellen, ist ggf. eine Gewebeentnahme und mikroskopische Untersuchung (Biopsie) erforderlich.
Wann muss operiert werden?
Operiert werden sollte nur, wenn die Diagnose Brustkrebs durch vorherige Gewebeentnahme und -untersuchung (Biopsie) gesichert wurde. Eine Brustoperation, bei der die Diagnose erst während des Eingriffs gestellt wird, sollte die Ausnahme bleiben.
Warum müssen die Lymphknoten bei Brustkrebs mit entfernt werden?
Dies hat zwei Gründe: Einerseits erfolgt die Metastasierung, also die Wanderung von Krebszellen in andere Körperregionen, oft als erstes über das Lymphsystem in die Lymphknoten, andererseits ist der Grad des Befalls der Lymphknoten mit Tumorzellen ein sehr wichtiges Kriterium für die weitere Behandlung.
Um den Frauen die Nebenwirkungen der Lymphknotenentfernung zu ersparen, kann zunächst nur ein einzelner Lymphknoten entfernt und untersucht werden – und zwar der, der als erster auf dem Lymphabfluss von der Brust zur Achselhöhle liegt (Wächter-Lymphknoten). Finden sich in diesem Lymphknoten keine Krebszellen, kann davon ausgegangen werden, dass sich im gesamten Körper und damit auch in weiteren Lymphknoten keine Krebszellen befinden. Diese müssen dann nicht entfernt werden.
Warum muss die Brust bestrahlt werden? Der Tumor wurde doch entfernt.
Eine unterstützende Strahlentherapie wird meist nach dem chirurgischen Eingriff, vor allem wenn brusterhaltend operiert wurde, durchgeführt. Mit dieser Maßnahme soll verhindert werden, dass sich in unmittelbarer Umgebung des entfernten Tumors ein neuer Tumor (Rezidiv) bildet, falls doch Krebszellen in der Brust verblieben sind.
Welche Nebenwirkungen hat die Strahlentherapie?
Akute Nebenwirkungen treten sofort während der Behandlung auf und verschwinden nach einigen Wochen wieder. Hierzu zählen beispielsweise gerötete oder leicht wunde Haut, Schluckbeschwerden und Müdigkeit.
Nach Ende der Therapie können auch bleibende Nebenwirkungen auftreten. So kann sich die Brust verkleinern und verfestigen. Die Haut kann sich braun verfärben und blaue Äderchen können sich bilden. Teile der ebenfalls bestrahlten Lunge können vernarben. Selten werden bei der Bestrahlung die Achsellymphknoten geschädigt, dann fließt die Lymphe schlechter ab.
Wieso muss ich nach einer Operation noch Medikamente einnehmen? Der Tumor wurde doch entfernt.
Auch wenn der Tumor vollständig entfernt wurde und keine Metastasen im Körper nachgewiesen werden konnten, werden häufig Medikamente eingesetzt. Ziel ist es, eventuell im gesamten Körper vorhandene kleinste, aber nicht nachweisbare Krebszellen abzutöten.
Wie lange muss ich nach einer Brustoperation eine Hormontherapie machen?
Eine Hormontherapie sollte 5 Jahre lang nach der Operation durchgeführt werden, da in diesem Zeitraum die Rückfallquote am höchsten ist.
Welche Nebenwirkungen können bei einer Hormontherapie auftreten?
Da bei einer Hormontherapie dem Körper Östrogene vorenthalten werden, sind Symptome wie in den Wechseljahren möglich, da auch hier die Östrogenproduktion reduziert wird. Typischerweise können auftreten: Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Knochendichteverlust (Osteoporose).
Kann ich pflanzliche Präparate gegen meine Hitzewallungen unter einer Hormontherapie einsetzen?
Von der Einnahme pflanzlicher Präparate gegen Hitzewallungen, die Phytoöstrogene enthalten, muss nach derzeitigem Kenntnisstand eher abgeraten werden. Studien erbrachten zwar widersprüchliche Ergebnisse: Sowohl wachstumsfördernde als auch wachstumshemmende Effekte wurden unter Phytoöstrogenen auf das Brustdrüsengewebe beobachtet. Jedoch sollte man davon ausgehen, dass gerade die Einnahme der pflanzlichen Östrogene bei hormonempfindlichem Brustkrebs eher riskant ist und das Krebswachstum fördern kann.
Was kann ich gegen Gelenkschmerzen bei Hormontherapie tun?
Meist bessern sich die Beschwerden mit zunehmender Behandlungsdauer zur Schmerzlinderung können leichte Schmerzmittel eingesetzt werden. Falls die Gelenkbeschwerden sehr stark ausgeprägt sind, muss die Therapie eventuell auch abgebrochen werden. Wenden Sie sich auf jeden Fall an Ihrem Arzt; er wird mit Ihnen die richtige Lösung finden.
Wie wirken Antikörper gegen Brustkrebs?
Antikörper sind Moleküle, die das Immunsystem normalerweise als Reaktion auf Fremdstoffe (Antigene) bildet. Antikörper kann man auch künstlich herstellen, sie werden mittlerweile gegen viele Erkrankungen eingesetzt. In der Brustkrebstherapie werden Antikörper genutzt, wenn der Brustkrebs verstärkt Rezeptoren für Wachstumsfaktoren ausgebildet hat. Diese fördern das Wachstum für Brustkrebs. Der künstliche Antikörper besetzt die Rezeptoren, so dass die Wachstumsfaktoren sich nicht mehr an die Rezeptoren binden und damit auch keine Wachstumssignale auslösen können.
Darf ich bei Brustkrebs mit der Pille verhüten?
Etwa zwei Drittel aller Brustkrebserkrankungen sind hormonrezeptorpositiv, d.h. ihr Wachstum wird durch die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und/oder Progesteron gefördert. Da die Pille in der Regel Abkömmlinge dieser beiden Geschlechtshormone enthält, sollte während einer medikamentösen Therapie des Brustkrebses, auch wenn der Tumor mit einer Operation entfernt wurde, kein hormonelles Verhütungsmittel eingenommen werden. Es wird stattdessen empfohlen, nichthormonell zu verhüten, z.B. mit Kondomen.