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Welche weiteren Therapiemöglichkeiten gibt es?

Operation, Bestrahlung, Hormonbehandlung und Chemotherapie sind wichtige Säulen in der Brustkrebsbehandlung. Jedoch reichen diese Maßnahmen nicht immer aus, um die Krebszellen vollständig zu vernichten. Daher wird immer weiter nach neuen Therapieansätzen gesucht, um die Brustkrebstherapie zu verbessern. Einerseits sollen damit die Heilungschancen erhöht werden, andererseits sollen neue Therapien auch nebenwirkungsärmer und damit weniger belastend für die Patientinnen sein. Ein neuer Behandlungsansatz ist in diesem Zusammenhang die gezielte Krebstherapie.

Zielgenaue Krebstherapie - Pixel © fotolia Gezielte Krebstherapie

Bei der gezielten Krebstherapie ("Targeted Therapy") macht man sich zunutze, dass bösartige Zellen bestimmte Merkmale ausbilden, die auf gesunden Zellen nicht oder nur in sehr geringem Maße vorkommen. Hierzu gehören beispielsweise Bindungsstellen (Rezeptoren) für Wachstumsfaktoren, die auf bestimmten Krebszellen vielfach häufiger vorhanden sind als auf normalen Zellen. In der Folge werden Wachstumssignale viel zu oft übertragen, es kommt zu verstärktem Wachstum der Krebszellen. Neue Medikamente greifen genau hier an: Sie besetzen zielgerichtet die Rezeptoren der Wachstumsfaktoren, lösen aber kein Wachstumssignal aus. Der Krebs schrumpft.

Eine weitere Möglichkeit den Tumor zu verkleinern, ist die Ausbildung von Blutgefäßen im Tumor zu unterbinden. Dadurch wird der Krebs von seiner Nährstoff- und Sauerstoffzufuhr abgeschnitten, er "verhungert" praktisch.

Zellwachstumshemmung durch den Antikörper Trastuzumab

In der Link zum Glossaradjuvanten und Link zum Glossarpalliativen Brustkrebstherapie spielt seit einigen Jahren das neue zielgerichtete Medikament Trastuzumab eine wichtige Rolle. Es wird bei Patientinnen eingesetzt, die einen sogenannten HER2-positiven Brustkrebs haben. Dieser kommt bei schätzungsweise 25% der Patientinnen vor und ist besonders aggressiv, d.h. er wächst sehr schnell. Ursache hierfür ist, dass auf diesen Brustkrebszellen Rezeptoren für den Wachstumsfaktor HER2 in sehr großer Anzahl vorkommen. Hierüber wird ein verstärktes Wachstumssignal ausgelöst. Trastuzumab ist ein Link zum GlossarAntikörper und blockiert den HER2-Rezeptor an der Zelloberfläche, das Wachstumssignal wird nicht übertragen und das Krebswachstum behindert.

Zellwachstumshemmung durch den Tyrosinkinase-Hemmer Lapatinib

Nicht nur durch die Blockade der an der Zelloberfläche liegenden Wachstumsfaktor-Rezeptoren durch Antikörper kann das Zellwachstum gehemmt werden. Im Inneren der Zelle werden sogenannte Tyrosinkinase-Hemmer am Rezeptor wirksam: Tyrosinkinasen sind an der Signalübermittlung, zum Beispiel auch von Wachstumssignalen, von außen in die Zelle beteiligt. Lapatinib ist ein solcher Hemmer von Tyrosinkinasen. Er ist seit kurzem zur Link zum Glossarpalliativen Behandlung des HER2-positivem Brustkrebs zugelassen, wenn die Krebszellen verstärkt die beiden Wachstumsfaktor-Rezeptoren ERB1 und HER2 auf ihrer Oberfläche ausbilden.

Gefäßwachstumshemmung durch den Antikörper Bevacizumab

Der Link zum GlossarAntikörper Bevacizumab heftet sich an den Wachstumsfaktor VEGF, der die Gefäßneubildung anregt. Durch Blockade dieses Faktors wird das Gefäßwachstum innerhalb von Tumoren und damit die Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr unterbunden. Die Krebszellen schrumpfen. Bevacizumab ist für die Link zum Glossarpalliative Situation beim Brustkrebs zugelassen.