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Welche weiteren Therapiemöglichkeiten gibt es?
Gezielte Krebstherapie mit Antikörpern
Ein neuer Ansatz in der Krebstherapie ist die Behandlung mit biotechnologisch hergestellten
Antikörpern, welche gezielt und passgenau die Stoffwechselreaktionen der Krebszellen beeinflussen. So können Antikörper zum Beispiel die Ausbildung von Blutgefäßen im Tumor unterbinden. Damit schneiden sie diesen von der Nährstoff- und Sauerstoffzufuhr ab. Der Tumor kann nicht weiterwachsen. Dies kann man auch erreichen, indem man Wachstumssignale an die Tumorzelle unterbricht.
Als Ergänzung zu den genannten "Standardtherapien" ist der Einsatz von Antikörpern – gerade auch in Kombination mit der Chemotherapie – eine vielversprechende Therapieform. Zwei Antikörper sind für die Therapie beim Darmkrebs zugelassen: Bevacizumab und Cetuximab.
Gefäßwachstumshemmung durch den Antikörper Bevacizumab
Der
Antikörper Bevacizumab heftet sich an den Wachstumsfaktor VEGF, der die Gefäßneubildung anregt. Durch Blockade dieses Faktors wird das Gefäßwachstum innerhalb von Tumoren und damit die Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr unterbunden. Die Krebszellen schrumpfen. Bevacizumab ist für die
palliative Situation beim Darmkrebs zugelassen.
Zusätzlich erreicht Bevacizumab auch eine sogenannte antikörperabhängige zellvermittelte Zytotoxizität (ADCC), d.h. durch Anlagerung des Antikörpers an den Wachstumsfaktor wird dieser Antikörper-Wachstumsfaktor-Komplex direkt von weißen Blutzellen erkannt und zerstört.
Zellwachstumshemmung durch den Antikörper Cetuximab
Für die Zellteilung und das Wachstum der Zelle sind auch sogenannte Wachstumssignale (Wachstumsfaktoren) notwendig. Auch Tumorzellen benötigen diese, um sich teilen zu können. Bestimmte neue Medikamente wie das Cetuximab greifen genau hier an: Sie verhindern, dass Wachstumssignale übertragen werden, indem sie beispielsweise die Bindungsstellen (Rezeptoren) an den Zellen für Wachstumsfaktoren besetzen, aber kein Wachstumssignal auslösen. Der Krebs schrumpft.
Ebenso wie Bevacizumab löst auch Cetuximab eine antikörperabhängige zellvermittelte Zytoxizität aus und entfaltet somit noch eine zusätzliche Antitumorwirkung.