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Wie entsteht der Darmkrebs?
Die bösartigen Gewebewucherungen entstehen beim Darmkrebs häufig aus Ausstülpungen der Darmschleimhaut, den sogenannten Polypen oder Adenomen. Die Entartung dieser gutartigen Darmpolypen kann rund 10 bis 15 Jahre dauern. Ärzte bezeichnen diese Entwicklung auch als Adenom-Karzinom-Sequenz. Ursache hierfür ist eine Reihe von Genveränderungen (Mutationen) in den Darmzellen, die schließlich dazu führt, dass die Darmzellen sich unkontrolliert vermehren bzw. dass Darmkrebszellen entstehen. Wird der Tumor nicht rechtzeitig erkannt, werden die entarteten Krebszellen über die
Lymphe und das Blut verbreitet und bilden Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in anderen Organen, z.B. in der Leber.

Abb. 1 Die Darmschleimhaut stellt sich bei der Darmspiegelung glatt dar. Aus Ausstülpungen der Darmschleimhaut, den Polypen, kann sich über 5 bis 10 Jahre Darmkrebs entwickeln. Die bösartige Wucherung engt dann den Darmquerschnitt zunehmend ein.
Meist tritt Darmkrebs spontan auf
In den weitaus meisten Fällen (mehr als 70%) tritt der Darmkrebs spontan auf, d.h. ohne dass man dafür eine wirkliche Ursache ausmachen kann. Man hat jedoch eine Reihe von Risikofaktoren herausfinden können, die das Risiko für Darmkrebs erhöhen.
Risikofaktor: höheres Lebensalter
Wie auch bei vielen anderen Krebsarten nimmt die Häufigkeit von Darmkrebs mit dem Alter zu. Da sich Darmkrebs aber sehr langsam entwickelt, lassen sich Darmkrebsvorstufen meist viele Jahre zuvor feststellen. Hier setzen auch Vorsorgeuntersuchungen an: Ab dem 50. Lebensjahr sollte jeder an den Programmen zur Darmkrebsfrüherkennung teilnehmen.
Risikofaktor: familiäre Belastung
In etwa 30% der Darmkrebsfälle liegt eine familiäre bzw. genetische Belastung vor. Dabei wird unterschieden zwischen:

© pixelio, Heinz Dahlmanns
- Familiär gehäuften Darmkrebs: Bei ca. 20% der Darmkrebsfälle kann man ein familiär gehäuftes Auftreten von Darmkrebs beobachten. Man geht davon aus, dass hier erbliche Faktoren eine Rolle spielen, die bislang aber noch nicht vollständig erforscht sind.
- Familien mit erblichen Darmkrebsformen: Etwa 10% der von Darmkrebs Betroffenen tragen eine bekannte genetische Veranlagung in sich, die dazu führt, dass die Darmschleimhaut sehr viele
Polypen bzw.
Adenome ausbildet, die sehr häufig und schon in jungen Lebensjahren entarten.
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Risikofaktor: chronisch entzündliche Darmerkrankungen
Auch über lange Zeit bestehende chronisch entzündliche Darmerkrankungen können dem Darmkrebs Vorschub leisten. Besonders gefährdet sind Patienten mit Colitis ulcerosa. Bei Morbus Crohn besteht ebenfalls ein leicht erhöhtes Risiko.
Risikofaktor: ungesunde Lebensweise
© pixelio, manwalk
Eine wichtige Rolle scheinen nicht zuletzt auch die Ernährung und andere Lebensgewohnheiten zu spielen. Zum Teil vermuten Forscher, dass beispielsweise besonders fleischreiche Nahrung zu einem erhöhten Risiko führt, an Darmkrebs zu erkranken. Empfohlen wird, zur Vorbeugung mehr Gemüse und Obst zu essen – die Ernährung sollte also reich an Ballaststoffen und arm an tierischen Fetten sein.
Bekannte Risikofaktoren sind zudem Rauchen und Alkohol. Außerdem besteht nach Angaben von Experten auch ein höheres Darmkrebs-Risiko bei denjenigen, die sich wenig bewegen oder übergewichtig sind.