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Welche Möglichkeiten zur Vorsorge gibt es?

Experten gehen davon aus, dass bei frühzeitiger Diagnose 90 Prozent aller Darmkrebspatienten vollständig geheilt werden könnten. Daher kommt gerade beim Darmkrebs der Vorsorge und Früherkennung eine Schlüsselrolle zu.

Vorsorgeuntersuchungen als Leistung der Krankenversicherungen

Nutzen Sie als Patient die Vorsorgemöglichkeiten bei Darmkrebs - Günther Menzl © fotoliaDer Gesetzgeber hat aus diesem Grund die Möglichkeit einer jährlichen Früherkennungsuntersuchung ab dem 50. Lebensjahr geschaffen, die sowohl von gesetzlichen, als auch von privaten Krankenkassen getragen wird. Neben der digital-rektalen Untersuchung, sieht die Vorsorgeuntersuchung einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl vor. Sicherheit bringt jedoch letztlich erst die Darmspiegelung (Koloskopie), bei der die Dickdarmschleimhaut mit Hilfe einer speziellen Minikamera auf eventuelle Gewebeveränderungen untersucht und gegebenenfalls eine Gewebeprobe zu weiteren Untersuchung entnommen wird. Die Koloskopie bleibt, trotz der Vorbehalte, die viele Menschen empfinden, die zuverlässigste und präziseste Untersuchungsmethode, die in der Prävention des Darmkrebses zu Verfügung steht.

Digital-rektale Untersuchung

Etwa ein Drittel aller Link zum GlossarTumoren lässt sich ohne großen technischen Aufwand, nur durch das "Fingerspitzengefühl" des Arztes aufspüren. Dafür führt er den mit einem Handschuh oder Fingerling geschützten Zeigefinger in den After ein und tastet die damit erreichbare Wand des Mastdarmes auf ungewöhnliche Erhebungen ab. So kann er Wucherungen der Schleimhaut im letzten Darmabschnitt ertasten. Diese Untersuchungsmethode ist sehr einfach, aber nicht ausreichend und sollte immer durch eine Darmspiegelung ergänzt werden, um auch ganz sicher Darmkrebs(vorstufen) in höheren Darmabschnitten auszuschließen.

Test auf verstecktes Blut im Stuhl (Okkultbluttest)

Im Rahmen der Vorsorgemaßnahmen für das kolorektale Karzinom müssen an drei aufeinander folgenden Tagen Stuhlproben abgegeben werden, die der Arzt zur Untersuchung ins Labor schickt. Hier wird ein so genannter Okkultbluttest (Hämoccult-Test) durchgeführt, bei dem Blutbeimengungen, die mit bloßem Auge nicht zu sehen sind (in der Medizin spricht man von "okkult", das heißt "verborgen"), sichtbar werden: Die Stuhlprobe wird auf ein mit einem speziell imprägniertes Filterpapier gestrichen und anschließend mit einer Lösung betropft. Befinden sich Spuren von Blut in der Stuhlprobe, färbt sich das Papier blau. Allerdings ist dieser Labortest nicht hundertprozentig zuverlässig. Außerdem können Blutbeimengungen im Stuhl auch andere, harmlose Ursachen haben. Wird bei dem Test Blut nachgewiesen, muss unbedingt eine Darmspiegelung erfolgen, um die Ursache hierfür zu finden.
Der Test auf verstecktes Blut im Stuhl sollte mindestens einmal jährlich ab dem 50. Lebensjahr erfolgen, wenn keine Darmspiegelung gemacht wird.

Darmspiegelung (Koloskopie)

Bei der Darmspiegelung führt der Arzt ein dünnes schlauchförmiges Untersuchungsgerät (Endoskop) durch den After in den Darm ein. An der Spitze des Endoskops befindet sich eine kleine Kamera, die den Darm filmt und die Bilder gleichzeitig auf einen Monitor überträgt. Der Arzt kann sich so den Darm sehr genau anschauen. Über einen speziellen Kanal des Endoskops kann der Arzt kleine Instrumente in den Darm vorschieben, von verdächtigen Gewebeveränderungen Proben entnehmen und Adenome, die Vorstufen von Krebs sein können, entfernen. Diese Gewebe werden dann im Anschluss mikroskopisch untersucht und man erhält Aufschluss darüber, ob es sich um eine gut- oder eine bösartige Gewebeveränderung handelt.
Die Untersuchung dauert etwa 15 bis 30 Minuten und ist, da meist ein leichtes Beruhigungsmittel verabreicht wird, in der Regel schmerzfrei.

Koloskopie

Abb. 1 Darmspiegelung (Koloskopie): Untersuchung der Darmschleimhaut auf Auffälligkeiten

Durch die frühzeitige Abtragung der Adenome lässt sich Darmkrebs zu einem Großteil verhindern. Deswegen ist die Vorsorge-Koloskopie so wichtig in der Vorbeugung des Darmkrebses. Die gesetzlichen Krankenversicherungen haben daher diese Untersuchung in ihren Leistungskatalog aufgenommen:

  • Die Darmspiegelung sollte bei Personen mit durchschnittlichem Darmkrebsrisiko ab dem 55 . Lebensjahr erfolgen. Bei unauffälligen Befunden sollte sie nach 10 Jahren wiederholt werden. Bei Personen, die keine Koloskopie wünschen, sollte ein Test auf verstecktes Blut im Stuhl erfolgen. Ein positives Testergebnis macht eine Koloskopie erforderlich.
  • Bei erhöhtem Darmkrebsrisiko zum Beispiel bei familiärer Vorbelastung sollten Vorsorgeuntersuchungen schon im jüngeren Lebensalter erfolgen.