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Welche Medikamente gibt es für die Behandlung von GIST?

Etwa bei 50% der Patienten ist zum Zeitpunkt der Diagnosestellung die GIST -Erkrankung so weit fortgeschritten, dass der Tumor nicht mehr durch eine Operation entfernt werden kann. Für diese Fälle stehen seit kurzem zwei Medikamente zur Verfügung, die gezielt die Veränderungen an den GIST -auslösenden Zellen angreifen und damit unschädlich machen können.

Gezielte Krebstherapie bei GIST

Tabletten - Franz Pluegl © fotoliaDie gezielte Krebstherapie ("Targeted Therapy") ist ein moderner Ansatz bei der Bekämpfung von Tumorzellen. Hierbei macht man sich zunutze, dass bösartige Zellen bestimmte Merkmale ausbilden, die bei gesunden Zellen nicht oder nur in sehr geringem Maße vorkommen. Bei der GIST -auslösenden Zelle ist dies der sogenannte Link zum Glossarc-KIT-Rezeptor bzw. der innere Anteil des c-KIT-Rezeptors, die Tyrosinkinase, die dauerhaft aktiviert ist und die GIST -Zellen zu ungehemmter Zellteilung und -wachstum anregen. In den letzten Jahren gelang es, Medikamente zu entwickeln, die die Tyrosinkinase blockieren und damit die Wachstumsimpulse unterbinden. Imatinib und Sunitinib sind zwei sogenannte Tyrosinkinasehemmer, die bei GIST erfolgreich eingesetzt werden. Diese beiden Substanzen können zwar GIST nicht heilen, jedoch sind sie in der Lage, die Krankheit aufzuhalten und auch zurückzudrängen – teilweise so stark, dass der Tumor doch durch eine Operation entfernt werden kann.

Hemmung der überaktivierten Tyrosinkinase bei GIST durch moderne Medikamente

Abb. 1 Bei GIST kommt es durch Mutation des c-KIT-Rezeptors zu einer Daueraktivierung der Tyrosinkinase mit unkontrolliertem Zellwachstum. Moderne Medikamente hemmen die überaktivierte Tyrosinkinase und hemmen damit das unkontrollierte Zellwachstum.

Imatinib zuerst

Seit 2002 wird Imatinib für die Behandlung fortgeschrittener GIST -Erkrankungen eingesetzt. Dieses Medikament führt bei etwa der Hälfte der Patienten zu einer Tumorverkleinerung um mindestens 50% und bei etwa einem Viertel der Patienten zu einem Krankheitsstillstand, d.h. der Tumor wächst nicht weiter.

Imatinib muss in der Regel in einer Dosierung von 400mg pro Tag und kontinuierlich eingenommen werden.

Nebenwirkungen, die bei Imatinib-Therapie auftreten können, sind in erster Linie Wassereinlagerung im Körper (Ödeme), eine Krampfneigung der Muskulatur, Hautausschlag, Übelkeit und Erbrechen.

Sunitinib nach Versagen von Imatinib

Im Behandlungsverlauf lässt die Wirkung von Imatinib bei etwa der Hälfte der Patienten nach, einige Patienten sprechen sogar schon zu Beginn der Therapie unzureichend auf Imatinib an oder vertragen das Medikament nicht und setzen es daher ab. Für diese Patienten gibt es mit dem Tyrosinkinasehemmer Sunitinib eine wirksame und verträgliche Behandlungsalternative, die bei Imatinib-Versagen oder –Unverträglichkeit eingesetzt wird. Sunitinib wird nach einem bestimmten Schema eingenommen: 4 Wochen in einer Dosierung von 50mg pro Tag, dann folgen 2 Wochen Therapiepause, d.h. das Medikament wird nicht gegeben. Dann beginnt ein neuer Behandlungszyklus.

Die Nebenwirkungen von Sunitinib unterscheiden sich etwas von Imatinib. Hier treten vorrangig Erschöpfung, Haut- und Schleimhautveränderungen, ebenso aber auch Durchfall und Übelkeit auf. Diese unerwünschten Wirkungen sind überwiegend leicht bis mäßig ausgeprägt und können durch unterstützende Behandlungen oft gebessert werden. Zum Beispiel kann bei Durchfall ein Medikament wie Loperamid gegeben werden. Auch eine Diät mit Bananen, Reis und Kartoffeln kann die Beschwerden lindern. Auf jeden Fall sollte bei entsprechenden Symptomen immer ein Arzt zu Rate gezogen werden.