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Wie wird Nierenkrebs operiert?

Therapie der Wahl beim Nierenzellkarzinom ist die Operation. Mit ihrer Hilfe soll das Tumorgewebe vollständig entfernt und die Krankheit geheilt werden. Die Entscheidung zugunsten einer Operation hängt im Wesentlichen davon ab, ob der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose noch auf die Niere begrenzt ist oder ob bereits Metastasen in anderen Organen vorliegen. Der Umfang der Operation richtet sich nach dem Stadium der Krebserkrankung. Bei kleineren Tumoren wird grundsätzlich versucht, die betroffene Niere zu erhalten.

Die organerhaltende Operation

Ist der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose kleiner als 4 cm im Durchmesser und seine Lage innerhalb der Niere günstig, so kann heute auch organerhaltend operiert werden. Das bedeutet, dass bei der Operation nur der Tumor - mit einem relativ kleinen Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe - entfernt wird.

Eine organerhaltende Operation ist zwingend notwendig, wenn der Patient nur noch eine Niere hat oder die zweite Niere nicht ausreichend arbeitet. Meistens erfolgt diese Art der Operation über einen Flankenschnitt. Eine laparoskopische Tumorentfernung, bei der die Niere erhalten bleibt, ist zwar prinzipiell möglich, kann aber insbesondere bei in der Mitte der Niere gelegenen Tumoren leicht zu Komplikationen führen. Sie gilt deshalb noch nicht als Standardmethode.

Kann der Tumor durch die Operation vollständig entfernt werden und ist die Nierenfunktion intakt, muss keine weitere Behandlung durchgeführt werden.

Entfernung der tumortragenden Niere

Bei größeren oder ungünstig gelegenen Tumoren wird auch heute noch die Entfernung der betroffenen Niere mitsamt der umgebenden Fettkapsel (radikale Nephrektomie) notwendig sein. Der Zugang zur Niere kann in diesen Fällen über einen Bauchschnitt oder einen Flankenschnitt erfolgen. Die laparoskopische Komplettentfernung der Niere mitsamt dem Tumor ist möglich und wird teiweise schon routinemäßig durchgeführt.

Bei der Radikaloperation werden auch die Lymphknoten in der direkten Umgebung der Niere entnommen (Hiliäre bzw. regionale Lymphadenektomie). Das geschieht zur genauen Erfassung der Tumorausbreitung. Zeigt sich, dass das Tumorgewebe mit der Operation komplett entfernt werden konnte, ist in der Regel keine weitere Behandlung notwendig.

Wurde der Tumor in einem frühen Tumorstadium entdeckt (Tumor kleiner als 7 cm, ohne Lymphknotenbefall oder Metastasen), so sind die Heilungsaussichten nach der Operation gut. Ein Großteil der Patienten überlebt langfristig und kann als geheilt angesehen werden. Die verbliebene Niere übernimmt die Ausscheidungsfunktion in der Regel vollständig.

Behandlung des metastasierten Nierenkarzinoms

Bei etwa zehn Prozent der Patienten liegen zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Lymphknoten- und/oder Organmetastasen vor. In diesen Fällen kann eine Operation oftmals keine Heilung mehr herbeiführen. Dennoch wird bei Patienten mit gutem Allgemeinzustand die erkrankte Niere häufig entfernt, um danach weitere Behandlungsmaßnahmen anschließen zu können. Außerdem lassen sich durch die Nierenentfernung tumorbedingte Beschwerden und Komplikationen, wie Blutungen und Schmerzen, lindern oder von vornherein verhindern.

Eine Operation kann auch dann sinnvoll sein, wenn nur ein weiteres Organsystem von Metastasen betroffen ist, zum Beispiel die Lunge. Die behandelnden Ärzte werden dann versuchen, nach Entfernung der erkrankten Niere in einer zweiten Operation die Tochtergeschwülste zu entfernen. Auf diesem Weg ist auch bei einem metastasierten Nierentumor prinzipiell eine Heilung möglich.

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